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Türkei: Antalya - Izmir, Istanbul, August 2011

Reisereportage

9. Tag: Von Bodrum nach Selçuk
Bodrum verlassen wir nach einer unruhigen Nacht (20 Meter vom Partystand entfernt) fluchtartig. Schnell noch bei einer Bäckerei ein paar Simits (Sesam-Ringe) geholt und das Gas durchgetreten. Wir wollen einfach weg hier, vielleicht können wir das Ungeziefer, das uns in den Betten befallen hat, abhängen. Unsere Strecke führt über Milas nach Didyma. Hier steht der Apollon-Tempel und wer wissen möchte, wie Mysteriös ein ehemaliges Orakel sein kann, sollte früh am Morgen hier aufschlagen, wenn kaum Touristen die Sehenswürdigkeit bevölkern. Auf dem komplett leeren Parkplatz stellen wir unser Auto ab und folgend dem Weg zum Tempel. Für 3 Lira bekommen Besucher hier so viel „Original“ geboten wie kaum woanders. 122 Säulen sollen es gewesen sein, die hier einst das Orakel bildeten. Zwei Säulen mehr und es wäre ebenfalls eines der Sieben Antiken Weltwunder geworden, doch so konnte es sich gegen den Artemis-Tempel von Ephesos nicht durchsetzen. Während wir durch die Säulen-Stümpfe schreiten und zu den zwei rekonstruierten hinaufblicken, merken wir, wir imposant der Tempel einst gewesen sein muss. Aus der Ferne betrachtet, sehen die nun mehr werdenden Touristen aus wie Winzlinge. Der kurze Abstecher von der Schnellstraße aus nach Didyma lohnt sich also alle mal.

Auf gleichem Weg geht es wieder zurück zur D525. Wie immer fahren wir durch eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend nach Selçuk. Anfangs wollten wir hier nur schnell in der Tuncaypension unser Gepäck abwerfen und dann weiter zum nah gelegenen Strand Pamucak. Etwa 7 Kilometer westlich von Selçuk an Ephesos vorbei liegt hier ein wenig tourristischer Strand, der zu empfehlen ist. Richtung Pamucak fahrend nehmen Badelustige am besten gleich die erste „Abfahrt“ an einer Kreuzung nach rechts, während die Hauptstraße eher nach links weiterführt. Am Ende der Straße ist ein kleiner Parkplatz. Anscheinend kann man aber auch an dem kleinen Jandarma-Posten vorbeifahren und direkt auf dem Strand parken.

Doch bevor wir die Fluten von Pamucak genießen, erkunden wir die Historie Selçuks. Der Überlieferung nach kam der Apostel Johannes zweimal nach Ephesos. Man hielt früher ein Grab aus dem 4. Jh. für seines. Daher ließ der Kaiser Justinian eine prachtvolle Kirche über dem Grab bauen. In den Ruinen der damaligen Johannesbasilika bekommt man noch heute eine gute Vorstellung von dem Bauwerk. Zahlreiche Bodenmosaike zieren den Boden. Unterhalb der Basilika befindet sich die Moschee „Isa Bay Camii“ und oberhalb thront die Festung der Stadt, die nicht besichtigt werden kann, weil eine Mauer vor einiger Zeit eingestürzt ist.

Nach der letzten doch sehr kurzen Nacht in Bodrum fallen wir am Abend völlig erschöpft in unsere Pension. Doch in der Nachbarschaft wird eine Hochzeit gefeiert – lautstark, wie es sich für eine türkische Trauung gehört. Ab 24 Uhr soll Ruhe sein, versichern uns die sehr freundlichen und hilfsbereiten Pension-Betreiber, die ihr Haus in gutem Schuss halten und erstklassige Zimmer mit ordentlichem und saniertem Bad anbieten. Das türkische Frühstück servieren sie am nächsten morgen in dem von Wein überdachten Innenhof der Pension, sodass wir ausgeruht und gestärkt starten können.


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