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Türkei: Antalya - Izmir, Istanbul, August 2011

Reisereportage

Antalya – Izmir: 1380 Kilometer überholen ohne einzuholen
Zehn Prozent Steigung, 2. Gang, der Motor dröhnt und unser gemieteter Ford Fiesta gibt alles. Langsam schieben wir uns den Anstieg hinauf. 500 Höhenmeter haben wir locker erklommen, bevor es wieder bergab geht. Aber nicht dass wir nun Fahrt aufnehmen und an allen vorbei ziehen – nein, bei 90 Stundenkilometern ist auf türkischen Schnellstraßen Schluss. Innerorts sind 50 km/h zulässig. So schreibt es die Straßenverkehrsordnung in der Türkei vor.

Man könnte jetzt fragen, welche Straßenverkehrsordnung? Doch bei all dem Hupen, drängeln und schieben, hinterfragen wir die zulässige Höchstgeschwindigkeit und Verkehrsregeln auf türkischen Straßen lieber nicht, halten uns an sie und dümpeln 1380 Kilometer von Antalya bis Izmir langsam vor uns her. Bei all dem bergauf und bergab, Kurve links und Kurve rechts, hoch schalten und runter schalten, Schlagloch hier und Rollsplitt da, mal Asphaltstraße und mal Schotterpiste, geht es sowieso kaum schneller und wir resignieren. Auch die drängelnde Jandarmari und zugleich unzählige Verkehrs- und Radarkontrollen überraschen uns in ihrer Kombination nicht wirklich.

Nach ein paar Kilometern auf der Schnellstraße D400 treffen wir mal wieder eine der unzähligen Baustellen und wir werden auf 50 km/h gebremst. Wir weichen vorsichtshalber lieber ein Stück auf den Standstreifen – soweit vorhanden – aus, damit all die Einheimischen mit völlig überhöhter Geschwindigkeit vor der nächsten Engstelle der Baustelle vorbeiziehen können – selbst der ein oder andere Lastwagen. Rollsplitt und Bauschutt kracht in unseren Radkästen – egal, wir haben eine in der Türkei empfehlenswerte Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, die auch bei Glas- und Reifenschäden haftet.

Das Schild „Radarkontolle“ am Wegesrand scheint all die Überholer nicht zu interessieren. Doch die nächste Steigung kommt auf unserer kurvigen und bergischen Strecke garantiert und dann werden wir einige der Raser wieder einholen und überholen. So geht es auf den weiten Strecken der Küstenstraße von Antalya bis Izmir und auf unzähligen kleinen Nebenstraßen immer abwechselnd, auch wenn wir viele der Überholer nie wieder gesehen haben. Die anderen haben wir aus dem Beifahrerfenster fotografiert: Die entstandene Serie vermittelt einen Eindruck der Vielfalt an Fortbewegungsmitteln auf türkischen Straßen, auch wenn der Schein etwas trügt: Schließlich haben wir nur die Langsamsten der Langsamen erwischt – der Höchstgeschwindigkeit sei Dank.

Zugleich ist die Serie der Auftakt unseres Reiseberichtes: 14 Tage erkundeten wir mit Mietwagen, Taxi, Dolmus, Bus und zu Fuß die Mittelmeer- und Ägäisküste zwischen Antalya und Izmir, bevor wir anschließend weiter nach Istanbul reisten. Nicht der Weg war unser Ziel, sondern zahlreiche Städte und Sehenswürdigkeiten entlang der 1380 Kilometer langen Strecke, die vor allem wegen des ein oder anderen Abstechers und teils unzureichender Beschilderung etwas länger ausfiel, als der direkte Weg.

Viel Spaß beim Lesen wünschen
Stefan & Felix

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